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am 3. Februar

Vorarlberg – die Moorhochburg Österreichs

Johannes Rauch - „Moore leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“ - Hochmoor Schollaschopf in Hohenems wurde renaturiert

Vorarlberg ist die Moorhochburg Österreichs - ein Viertel aller Moore liegen in unserem Land. „Sie sind ein besonders schützenwertes Zeugnis unserer Landschaftsgeschichte und Heimat vieler, oft bereits seltener, Pflanzen und Tiere“, informiert Umweltlandesrat Johannes Rauch. Eines davon ist das Hochmoor Schollaschopf in Hohenems-Schuttannen. Um dieses wertvolle Hochmoor langfristig zu erhalten, mussten Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Gesamtkosten von knapp 110.000 Euro teilten sich Land und Stadt Hohenems.

Das Hochmoor Schollaschopf liegt in einer Geländewanne und weist im gut erhaltenen Bereich zum Teil eine Torftiefe von sechs Metern auf. Das Spirkenhochmoor wies durch alte Entwässerungsgräben aber Störungen auf. „Im Torf des Spirkenhochmoors wurden durch Dauernässe und Sauerstoffmangel große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre gespeichert. Sinkt der Wasserspiegel und dringt Sauerstoff an den Torf, wird CO2 abgebaut. Ein intakter Wasserhaushalt ist für Hochmoore daher essentiell. Die Wiederherstellung eines intakten Wasserhaushalts ist ein effektives Klimaschutzprojekt, da die Freisetzung von CO2 gestoppt wird“, so der Landesrat. Im Rahmen der Renaturierungsmaßnahmen wurden in 13 Gräben 87 Stauwände – entspricht etwa 850 m² Holz – mittels „Moorbagger“ eingebaut, um das Wasser im Moor zu halten. Eine ökologische Bauaufsicht hat den ganzen Prozess von der Planung bis zur Umsetzung betreut. Um das empfindliche Hochmoor auch vor äußeren Einflüssen zu schonen, ist eine gezielte BesucherInnenlenkung geplant.

Moorschutz ist gleich Klimaschutz
Moore leisten einen Beitrag zum Klimaschutz und spielen auch eine wichtige Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt: Die zahlreichen Vorarlberger Moore speichern klimaschädliches CO2 und Methan, schützen vor Hochwasser, sichern unser Trinkwasser, sind Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten und erzählen als Archive der Kulturgeschichte spannende Geschichten über längst vergangene Zeiten. Ein Großteil der Moore ist im letzten letzten Jahrhundert durch Entwässerung, Nährstoffeintrag und Nutzungsaufgabe verloren gegangen oder beeinträchtigt worden. Viele von ihnen sind bereits stark gefährdet, führt der Landesrat an: „Es liegt an uns allen, dass sie auch noch für zukünftige Generationen erhalten bleiben.“