gruene.at
Navigation:
am 27. Juni

Wir sind dran!

Sandra Schoch - Gesamtkonzept zu Bregenzer Radverbindungen wird im Herbst vorliegen

"Wir wollen RadfahrerInnen und FußgängerInnen nicht in den Untergrund abdrängen", nimmt die Bregenzer Verkehrsstadträtin Sandra Schoch zum Vorschlag der Initiative für ein fahrradfreundliches Bregenz rund um Stadtapotheker Werner Braun Stellung, eine neue Radunterführung im Bereich des Kunsthauses vom Kornmarktplatz zum See zu bauen.

"Eine neue Unterführung befürworten wir nicht. Aber wir halten die oft sehr langen Wartezeiten beim Übergang neben dem Milchpilz für problematisch", hält Schoch fest. Daher versuche sie gemeinsam mit Land und ÖBB, die Wartezeiten zu verkürzen. Sie verweist auf eine Erhebung, die etwa ein Fünftel kürzere Schließzeiten als machbar ausweist. "Das wäre spürbar."

Zusätzlich schlägt sie eine digitale Anzeige der Wartezeit vor. "Ärgerlich ist Warten, wenn ich nicht weiß, wie lange es dauert. Eine solche Anzeige kann einige Entspannung bringen."

Die grüne Verkehrs- und Planungsstadträtin hält es für vordringlich, das ganze Radverkehrssystem einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen. "Einzelne Problembereiche zu isolieren, ist nicht zielführend. Derzeit schaut sich eine hochkarätige Arbeitsgruppe die Gesamtsituation an und wird Vorschläge erarbeiten. Im Herbst wird das Rad- und FußgängerInnenkonzept überarbeitet, da werden diese Vorarbeiten miteinfließen und mit der interessierten Öffentlichkeit diskutiert."

Es gehe nämlich nicht nur um Übergänge zum See, sondern auch um die Verbindungen zwischen Zentrum und Quellenviertel. Außerdem müsse man zwischen Alltags- und Freizeitradverkehr unterscheiden. "Es macht einen Unterschied, ob ich an der Schranke warten muss, wenn ich vom Baden komme oder wenn ich zur Arbeit fahre. Im zweiten Fall wird meine Geduld mehr strapaziert", so Schoch.

AlltagsradlerInnen brauchen Alternativrouten, um geschlossene Schranken vermeiden zu können. Zwischen der Mehrerauer Brücke und dem Hafen gibt es zwei Bahnübergänge, eine Überführung und eine Unterführung. "Wenn der Bahnhof neu gebaut wird, fällt die Überführung weg. Dann wird die Unterführung bei der Hypobank als barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen ertüchtigt", hält Schoch fest.

Auch die Route über die Mehrerauerbrücke durch die Klostergasse müsse attraktiver werden. Alle diese Perspektiven für den Radverkehr werden mit ihren Wirkungen im gesamten Stadtbereich betrachtet und diskutiert werden.

"Die Gruppe um Apotheker Braun und andere Interessierte werden sich sicherlich in die Debatte im Herbst intensiv einbringen. Davon lebt bürgernahe Stadtplanung", ist die Stadträtin überzeugt.​