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am 25. Juli

Baurohstoffver­sor­gungs-Studie ist kein Freibrief für Naturraubbau!

Christoph Metzler - Metzler fordert Minimierung von Rohstoff-Exporten und mehr Recycling

„Die von Landesstatthalter Rüdisser präsentierte Bedarfsstudie für Gesteinsabbau ist kein Freibrief für Naturraubbau. Bei allen Gesteinsabbauten haben Natur- und Landschaftsschutz, Grundwasserschonung und Anrainerinteressen immer Vorrang“, stellt der Grüne Umweltsprecher Christoph Metzler klar. Metzler appelliert für einen schonenden Umgang mit der Ressource mineralischer Rohstoffe und fordert, Recycling auszubauen.

Die Statusanalyse „Raumordnung und Rohstoffsicherung in Vorarlberg“ von 2003 belege, dass der Bedarf an Baurohstoffen in den letzten Jahren nicht wesentlich gestiegen ist. „Der Bedarf von ca. 10 Tonnen pro Einwohner und Jahr entspricht dem österreichweiten Normalwert. Es gibt daher keine Grund jetzt kompromisslos neue Abbaubewilligungen zu erteilen“, so Metzler.

Rapide gestiegen seien hingegen die Baurohstoff-Importe, Exporte und Transitfahrten durch das Land. „Dem muss entgegnet werden, denn das hat eine unzumutbare Verkehrsbelastung zur Folge“, so Metzler. Export, Import und Transit machen zusammen rund 1.500.000 t pro Jahr aus. Das entspricht mehr als 1/3 des Jahresverbrauchs an Baurohstoffen in Vorarlberg und ist eine Verdreifachung seit 2003. „Alle Transporte sind möglichst umweltschonend zu organisieren, etwa mit Gegenfuhren, per Bahn oder per Schiff“, so Metzler weiter.

Jegliche Gesteinsabbauten seien natur- und landschaftsschonend vorzunehmen. Des weiteren seien Rücksicht auf AnrainerInnen und der Erhalt der Lebensgrundlage Grundwasser wesentlich. „Bevor neue Eingriffe in die Natur vorgenommen werden, müssen jedenfalls bereits bestehende Standorte für den Abbau genutzt werden“, so Metzler.

Bezüglich Neugenehmigungen und Erweiterungen an bestehenden Standorten fordert Metzler mehr raumplanerischen Mut - wie dieser schon in der Studie 2003 gefordert wurde. „Landesstatthalter Rüdisser hat es bisher vermieden, wie in andern Bundesländern gehandhabt, langfristig zu planen, wo ein Abbau im Land sinnvoll und vertretbar ist. Das ist im Zuge des derzeitigen Raumplanungsprozesses für die Entwicklung des Raumbildes Vorarlberg Gebot der Stunde“, schließt Metzler.