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am 12. September

Bodenfrass stoppen, Klima schützen!

Nina Tomaselli, Johannes Rauch - Grüne legen Maßnahmenkatalog für den Erhalt der Lebensgrundlage Boden in Vorarlberg vor

„Boden ist Leben. Und als bedeutender Kohlenstoffspeicher ist Boden auch wesentlich für den Klimaschutz. Wir wären daher gut beraten, den derzeit immensen Bodenverbrauch zu stoppen“, betont Grünen-Landessprecher, Umweltlandesrat Johannes Rauch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Grünen Nationalratswahl-Spitzenkandidatin Nina Tomaselli. „In Vorarlberg werden täglich 11.000 Quadratmeter an wertvollem Boden zubetoniert. Das ist angesichts der Klimaerhitzung ein Skandal“, ergänzt Tomaselli.


Die Grünen präsentierten daher einen Maßnahmenkatalog, mit dem die Lebensgrundlage Boden erhalten werden soll. „Wir wollen dem immensen Flächen- und Bodenverbrauch wirksam mit klaren Regelungen im Baugesetz, im Raumplanungsgesetz und im Bodenschutzgesetz entgegnen“, so Tomaselli. Das heiße: Verbindliche Flächenverbrauchs-Obergrenzen für Gemeinden, konsequente verdichtete Bauweise, verpflichtende Parkraumbewirtschaftung bei Einkaufszentren und Entsiegelung durch die Schaffung von Rasen, Kies oder anderen wasserdurchlässigen Bodenbelägen.

Außerdem soll der Anteil nicht genutzter Bauland-Flächen auf maximal 15 Prozent beschränkt werden. „Derzeit sind ein Drittel der in Vorarlberg gewidmeten Bauflächen ungenutzt. Das ist ein gefundenes Fressen für Baulandspekulationen, treibt die Grundstückspreise in die Höhe und ist eine immense Bodenverschwendung“, führt Tomaselli aus.

Des weiteren sollen Siedlungsränder gehalten und auf Einkaufszentren außerhalb der Ortskerne verzichtet werden. Gemeinden sollen Kommunalsteuerverbünde bilden, also über Gemeindegrenzen hinaus zusammenarbeiten und Betriebsgebiete im Sinne des sorgsamen Umgangs mit Grund und Boden gemeinsam planen. Flächenbudgets legen fest, dass Gemeinden in die Stärkung der Ortskerne und in Maßnahmen für den Erhalt des Bodens investieren. „Für die Landesgrünzone muss außerdem gelten: Wenn etwas rausgenommen wird, muss die Fläche gleichwertig ersetzt werden, sowohl quantitativ als auch qualitativ“, betont Tomaselli.

Neueste Studien zeigen, dass zum Beispiel in Deutschland rund 2,5 Milliarden Tonnen organischer Kohlenstoff im obersten Meter der Äcker gespeichert werden. „Wir brauchen daher unbebaute Flächen, Grünland und Wiesen, um gegen die Klimaerhitzung vorzugehen, die Artenvielfalt zu erhalten und Flächen für die Landwirtschaft zu sichern“, so Rauch. „Wir Grüne stehen für eine Politik, die Verantwortung für künftige Generationen wahrnimmt. Das geht, es braucht nur den politischen Willen“, schließt Tomaselli. 

 

Weiter Informationen finden Sie in der beigefügten Presseunterlage.