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am 5. Dezember 2019

Bodenschutz geht uns alle an

Bernie Weber - Gesunde Böden als Grundlage funktionierender Ökosysteme und menschlichen Lebens

Der Schutz unseres Bodens geht uns alle an. Denn ein intakter Boden versorgt uns mit gesunden, regionalen Lebensmitteln. Er ist vielfältiger Lebensraum mit hoher Biodiversität, speichert Kohlenstoff, ist Grundlage von Pflanzenwachstum und kühlt die Umgebung. Er sichert unsere Trinkwasserversorgung und ist wichtiger Hochwasserschutz.

Bodenschutz bedeutet Lebensmittelsicherheit, Artenschutz, Klimaschutz sowie Gewässerschutz. Deshalb stehen wir Grüne für einen sparsamen und fürsorglichen Umgang mit dieser wertvollen Lebensgrundlage.

Bernie Weber, grüner Sprecher für Raumplanung

BÖDEN SIND KNAPP UND NICHT VERMEHRBAR

Wird auf intaktem Boden gebaut, egal ob Gebäude oder Straßen, wird er versiegelt und kann seine zahlreichen lebensspendenden Funktionen nicht mehr ausführen. Unsere Vorarlberger Böden verschwinden rasant: In Vorarlberg werden täglich 11.000 Quadratmeter an Fläche verbaut. Seit 2006 wurden in Vorarlberg 47 Quadratkilometer – das ist die Fläche von Feldkirch und Lauterach zusammen –  versiegelt. Sind Böden einmal verbaut, ist ihr natürlicher Zustand, ihre Bodenqualität sowie Fruchtbarkeit verloren, oder nur sehr schwer wieder herstellbar. In Zeiten der Klimakrise ist dieser ausufernde Bodenverbrauch unverantwortlich gegenüber den kommenden Generationen.

VORARLBERGER BODENSCHUTZGESETZ FÜR BODENQUALITÄT

Auf Druck der Grünen konnte auch ein Meilenstein im Erhalt der Bodenqualität erreicht werden. Unverständlicherweise waren Verunreinigungen der Böden, etwa durch Kunststoffteile, nicht sanktionierbar. Mit dem seit Jänner 2019 in Kraft getretenem Bodenschutzgesetz können Behörden nun wirksam gegen Bodenverunreinigung vorgehen. 

GRÜNE FORDERUNGEN FÜR DEN ERHALT DER GRÜNFLÄCHEN IN VORARLBERG

Das Bodenschutzgesetz muss nun auch auf den Erhalt intakter Grünflächen ausgeweitet werden. Daher setzten wir Grüne uns weiter ein für:

  • Landesgrünzone erhalten: Bodenschutz bedeutet landwirtschaftliche Flächen erhalten.
  • Grünes Kompensationsmodell: Kommt es zu unvermeidbaren Umwidmungen, müssen die Flächen in ihrer Größe und Bodenqualität kompensiert werden.
  • Biologische Landwirtschaft: Eine nachhaltige, schonende Bewirtschaftung des Bodens, wie in der Bio-Landwirtschaft praktiziert, ist ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der fruchtbaren Böden.
  • Lebendige Ortskerne: Kompakte Dörfer, lebendig Ortskerne und die Zersiedelung gering halten ist Bodenschutz.
  • Kompaktes Bauen: Kompaktes und verdichtetes und mehrgeschossiges Bauen spart Boden.
  • Parkplätze entsiegeln: Bodenschutz kann auch heißen, versiegelte Flächen wieder zu öffnen. Zum Beispiel können Parkplätze durch wasserdurchlässige Beläge entsiegelt werden.
  • Bestand Sanieren: Statt bauen auf der grünen Wiese den Bestand sanieren und dadurch keine zusätzlichen Flächen verbrauchen, das ist gelebter Bodenschutz.