gruene.at
Navigation:
am 11. Mai

Das Ölzeitalter ist vorbei, das Solarzeitalter kommt

Adi Gross, Johannes Rauch - Rauch/Gross: Investitionen in Klimaschutz sind das beste Konjunkturprogramm

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie hat weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft – nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Wenn jetzt überall „Konjunkturpakete“ geschnürt werden, dann kommt es sehr darauf an, was in diesen Paketen drinnen ist.

Klimaschutz ist eine Überlebensfrage – das ist auch mit Corona immer noch so. Darum darf man da nicht lockerlassen. Das betrifft sowohl Maßnahmen auf Bundes- wie auch auf Landesebene:

Bundesebene:

  • Ziel Klimaneutralität bis 2040
  • Entscheidender Teil ist Umstellung der gesamten Wärmeversorgung auf erneuerbare Energieträger, WP, Pellets, Holz, Nah- und Fernwärme, Solar
  • Verabschiedung von den Klimakillern fossile Energien, Kohle, Öl und Gas
  • Seit Jänner österreichweites Einbauverbot von Ölkesseln im Neubau, Regierungsprogramm sieht weitere ambitionierte Schritte vor, bis 2035 gar kein Öl mehr, ebenso analog dazu auch Rückzug aus Gas

Die Umstellung soll gleichzeitig massiv unterstützt werden. Soziale Abfederung ist uns extrem wichtig. Daher stellen wir nun alleine für heuer 140 Millionen Euro zur Verfügung. Mindestens 100 Millionen für „Raus aus Öl“. 5.000 Euro in einem Einfamilienhaus oder 1.000 Euro pro Wohnung in einem MFH – das ist mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.

Damit können über 20.000 neue Heizanlagen eingebaut werden. Wir rechnen dadurch mit ausgelösten Investitionen von rund 400 Mio. Euro. Und schätzen, dass wir damit 11.000 Arbeitsplätze schaffen können. „Damit ist das auch ein ideales Konjunkturprogramm, das Beschäftigung und Klimaschutz zusammenbringt“, so Rauch und Gross.

In Vorarlberg:

Bundesweit gibt es derzeit noch rund 700.000 Ölheizungen. Von ihnen werden jährlich rund vier Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Damit sind die Ölheizungen für knapp die Hälfte der gesamten Treibhausgasemissionen des Sektors Gebäude verantwortlich.

In Vorarlberg gibt es derzeit landesweit noch rund 27.000 Ölheizungen. Wir müssen diese Zahlen weiter verringern. Dazu sollen von den bundesweit ins Auge gefassten 20.000 Ölkesseln möglichst viele in Vorarlberg wegkommen. Angesichts der derzeit wirtschaftlich mehr als nur angespannten Situation durch die Coronakrise stellt die ‚Raus aus Öl‘-Förderung auch einen wichtigen konjunkturstützenden Beitrag für den Baubereich dar.

In Vorarlberg lassen sich beim Ersatz einer Ölheizung in einem Einfamilienhaus gegen ein förderbares Heizsystem zwischen 4.000 und 6.000 Euro an Landesförderungen beziehen. Förderbare Heizsysteme sind Holzheizungen, der Hausanschluss an Nahwärmesysteme und elektrisch betriebene Heizungswärmepumpen (Ausnahme Luftwärmepumpen). In Kombination mit der Bundesförderung können damit für Holzheizungen und Nahwärmeanschlüsse je nach Heizwärmebedarf des Gebäudes insgesamt 9.000 bis 11.000 Euro an Förderung lukriert werden.

Online-Energieberatungen und Information

Fördervoraussetzung für die Bundesförderung ist ein gültiger Energieausweis oder ein Energieberatungsprotokoll des Landes Vorarlberg. Die Ausstellung von solchen Protokollen wird vom Energieinstitut Vorarlberg organisiert und durchgeführt. Wir empfehlen allen Besitzerinnen und Besitzern von Ölheizungen, sich rechtzeitig über den Umstieg auf eine alternative Heizung beraten zu lassen.

Während der Dauer der COVID-19-Pandemie können die Energieberatungsprotokolle in einfachen Fällen auch ohne Hausbesuche erstellt werden. Ratsuchende müssen hierzu nur die entsprechenden Daten (Fotos, Pläne, Baubeschreibung, Energieverbräuche, etc.) übermitteln und für die Beratung am Telefon zur Verfügung stehen (ca. eineinhalb Stunden).  Informationen dazu gibt es am Energietelefon des Energieinstituts: 05572/31202-112 sowie auf der Webseite: www.energieinstitut.at/raus-aus-oel

Für Auskünfte über die neue Energieförderungsrichtlinie des Landes stehen ebenfalls das Energieinstitut sowie der zuständige Fachbereich im Amt der Vorarlberger Landesregierung (Telefon 05574 511 26113) gerne zur Verfügung. Bei Fragen zur Bundesförderung steht Interessierten das Serviceteam „raus aus Öl“ unter 01/31631-264 zur Verfügung.


Link zur Bundesförderung:www.raus-aus-öl.at