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am 2. Februar

Die selbst verursachte Misere der Deponiebetreiber

Christoph Metzler - Metzler: Platzmangel für Bauaushub ist ein Problem des freien Marktes

„Wenn die Vertreter der Bauwirtschaft vom Land Maßnahmen für mehr Bauaushub-Volumen einfordern und Anrainer*innen den Buhmann zuschieben, lenken sie von der selbst verursachten Misere ab“, reagiert der Grüne Umwelt- und Abfallwirtschaftssprecher Christoph Metzler auf öffentliche Aussagen des Branchenvertreters.

„Landesweit sind rund sechs Millionen Kubikmeter genehmigtes Deponievolumen vorhanden. Das heißt, das Problem ist nicht die fehlende Kapazität, sondern vielmehr die profitorientierte Vergabe“, kritisiert Metzler die undurchsichtigen Strukturen. Die Bauwirtschaft sitze auf ihren bewilligten Deponien und warte auf noch lukrativere Angebote, spricht Metzler von künstlicher Verknappung.

Bauwirtschaft selbst gefordert

Auch die Bauwirtschaft selbst sei gefordert, einen nachhaltigen Umgang mit Baurohstoffen, deren Wiederverwertung und Entsorgung sicherzustellen. Indem etwa verstärkt saniert statt neu gebaut und Baurestmasse wiederverwertet werde, entstehe weniger Bauschutt und Bauaushub. Das habe sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile, sieht Metzler die Baubranche in der Pflicht: „Keine Rede von besserer Verwertung, keine Rede von Sortieranlagen, nur der Ruf nach mehr billigem Deponievolumen ist unter diesen Vorzeichen zu wenig.“

Notwendig sei eine langfristige Strategie der Baubranche zum sorgfältigen Umgang mit Baurohstoffen und generell Deponievolumen. „Die nachthaltige Nutzung und Entsorgung von Rohstoffen müssen von Anfang an Berücksichtigung finden“, so Metzler abschließend.