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am 20. März

Doppelmoralischer Jäger-Protest gegen Abschusszahlen

Daniel Zadra - Unverständliche Aktion im Lichte jahrelanger Versäumnisse!

Mit großer Verwunderung reagiert Grünen-Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra auf den Jäger-Protest gegen die hohen Rotwild-Abschussquoten. „Dass die Jäger in Trauerkleidung bei der Jägerversammlung erscheinen, ist nichts anderes als Doppelmoral. Schließlich haben sie jahrelang die Augen vor den viel zu hohen Rotwildbeständen geschlossen und den daraus resultierenden Wildverbiss in Kauf genommen“, so Zadra.

Die Verbissschäden im Schutzwald hätten dramatische Auswirkungen. „Schutzwälder schützen Menschenleben vor den Gefahren durch Lawinen, Muren, Rutschungen und Steinschlag. Diese Funktion können die beschädigten Wälder nicht mehr erfüllen. Deshalb, und aufgrund der TBC-Seuche, wurden auch die Abschusszahlen erhöht“, so Zadra.

Der Bundesrechnungshofes gehe im Bericht von 2015 davon aus, dass in Vorarlberg bereits 72 Prozent der Schutzwälder so geschädigt sind, dass eine Naturverjüngung nicht mehr stattfinden und die Schutzfunktion nicht mehr erfüllt werden kann. „Neben den Umweltschäden kostet das den Steuerzahler Millionen für Lawinenverbauungen. Technische Schutzverbauungen kommen uns laut Rechnungshofbericht 146 mal teurer als die Erhaltung der Schutzwälder“, bringt es der Grüne Landtagsabgeordnete auf den Punkt.

Dazu komme, dass aufgrund vollkommen überzogener Großfütterungen durch die Jägerschaft die Verbreitung von TBC beim Wild massiv gefördert wurde. „Es würde der Jägerschaft gut anstehen, hier auf dem Boden der Tatsachen zu argumentieren und nicht zu versuchen, mit überzogenen Protestaktionen vom Kern des Problems abzulenken“, so Zadra.

Zadra unterstützt die von der Jägerschaft geforderten Wald-Ruhezonen. „Die Intensivierung der Freizeitnutzung auch in hohen Lagen und vermeintlich abgelegenen Gebieten hat dramatisch zugenommen. Wir werden uns überlegen müssen, wie hier im Sinne von Wildlebensräumen regulierend eingegriffen werden kann. Appelle wie ‚Respektiere deine Grenzen’ verpuffen leider allzu oft ungehört“, schließt Zadra.