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am 30. November 2020

Klärschlammentsorgung kostet Gemeinden Millionen

Christoph Metzler - Metzler fordert gerechte Verteilung der Mehrkosten

10.000 Tonnen Trockensubstanz Klärschlamm pro Jahr müssen in Vorarlberg entsorgt werden. Der Großteil davon wird direkt in Schweizer Verbrennungsanlagen verfrachtet, was den Gemeindeverband und damit die Vorarlberger*innen Millionen kostet. „Mehr als die Hälfte des Klärschlamms in Vorarlberg wird von Großverschmutzern verursacht. Anstatt wie bisher sogar noch Mengenrabatte auszugeben, sollen die Gebühren bei der Abwasserentsorgung so gestaltet werden, dass es Anreize gibt, möglichst wenig Verschmutzung zu verursachen“, fordert Christoph Metzler mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Mehrkosten. Die großen Klärschlammmengen würden von wenigen sogenannten Großeinleitern kommen, verweist der Grüne Sprecher für Abfallwirtschaft auf den ARA (Abwasserreinigungsanlage) Jahresbericht: Knapp 27 Prozent der gesamten Klärschlammmenge Vorarlbergs kamen im Jahr 2019 von der ARA in Meiningen. 64 Prozent von den vier größten Kläranlagen Meiningen, Hofsteig, Dornbirn und Ludesch – ebenfalls mit entsprechenden Großeinleitern.

Klärschlamm als Belastung für unsere Böden

„Klärschlamm enthält umwelt- und gesundheitsgefährdende Schadstoffe wie Chemikalien, Schwermetalle und Arzneimittelrückstände. Außerdem wurden die Böden vielfach schlichtweg überdüngt. Gut, dass diese Belastung für unsere Böden nun der Vergangenheit angehört“, stellt Metzler klar. Bodenuntersuchungen hätten eine Überdüngung mit Phosphat um das Doppelte bis Dreifache gezeigt. „Es ist klar, dass es bei diesen Mengen an Klärschlamm nicht mehr um das Düngen der landwirtschaftlichen Flächen ging, sondern in Wahrheit um eine kostengünstige Entsorgungsmöglichkeit für die Industrie.“

Alle sollen fairen Beitrag leisten

„Die Gemeindekassen sind derzeit ohnehin stark belastet. Es wäre höchst an der Zeit, dass sie die Mehrkosten durch die Abwasserbeseitigung nach dem Verursacherprinzip einheben“, ist Metzler überzeugt, dass dadurch auch ein Anreiz für die Großeinleiter entstehen würde, insgesamt weniger Klärschlamm zu produzieren. „Die Zeiten, in denen Ressourcen- und Umweltverschmutzung gebilligt wird, indem die Gebühren auf die Allgemeinheit umgelegt werden, sollten endgültig vorbei sein“, schließt Metzler.

Klärschlammentsorgung kostet Gemeinden Millionen: Christoph Metzler will eine gerechte Verteilung der Kosten