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Pfand und Mehrwegquote kommen ab 2025

Christoph Metzler - Metzler: Ein kleiner Mehraufwand für den Einzelnen, ein großer Sprung für die Vermeidung von Plastikmüll

„Mit dem Pfand auf alle Einweg-Plastikflaschen und Dosen sowie der verbindlichen Mehrwegquote in allen Geschäften setzen wir endlich die nötigen Maßnahmen, um die Flut an Plastikmüll einzudämmen und unsere Natur zu schützen“, freut sich der Grüne Abfallwirtschafts- und Umweltsprecher Christoph Metzler über die heute im Ministerrat beschlossene Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes. Ab 2025 gilt für Plastikflaschen und Getränkedosen ein Einwegpfand, bereits ab 2024 müssen Geschäfte ein verbindliches Mehrwegangebot in allen Kategorien – vom Bier bis zur Milch – anbieten, welches schrittweise erhöht wird. „Konsument:innen bekommen so echte Wahlfreiheit: Wer Mehrweg will, kann Mehrweg kaufen.“

Das dahingehend novellierte Abfallwirtschaftsgesetz sei eine weitere Errungenschaft von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, so Metzler: „Es war ein dickes Brett, aber dank dem Druck aus der Bevölkerung, dem Umdenken des Lebensmittelhandels – zuerst der Diskonter – und nicht zuletzt dank der Grünen Klimaschutzministerin ist uns dieser Meilenstein im Umgang mit Plastik und Abfall gelungen.“

Plastikflaschen und Getränkedosen sind keine Wegwerfprodukte

Nur durch ein fachgerechtes Sammeln können Kunststoffe wiederverwertet werden. Pfand und Mehrweg sorgen dafür, dass PET-Flaschen und Dosen in die Kreislaufwirtschaft eintreten, betont der Abfallsprecher der Grünen: „Mehrwegflaschen werden bis zu 50 Mal wiederbefüllt, das spart Energie und Ressourcen. Durch die Wiederverwertung der Materialien vermeiden wir Abfall und reduzieren CO2-Emissionen.“ Dass Pfand auf Einwegflaschen funktioniere, zeige ein Blick nach Deutschland, wo nicht nur deutlich mehr Mehrwegprodukte in den Regalen stehen, sondern auch die Sammelquote bei 97 Prozent liege, während sie in Österreich bei 70 Prozent stagniere, so Metzler.

Eine Frage der Kosten?

Jedes Jahr fallen in Österreich über 900.000 Tonnen Plastikmüll an. Das sind beinahe 2,5 Milliarden Flaschen und Dosen. Auch Vorarlbergs Gemeinden und das Land müssen jährlich Mittel in Millionenhöhe aufwenden, um weggeworfene Dosen und Flaschen von Straßen und aus der Landschaft zu beseitigen. „2019 betrug der Kostenaufwand für die Gemeinden 3,6 Millionen Euro – bezahlt aus Steuergeldern“, skizziert Metzler, Obmann des Umweltausschusses des Vorarlberger Landtages, die derzeitigen Belastungen für die Allgemeinheit. Das Pfand, das die Kund:innen mehr bezahlen, bekommen sie selbstverständlich retour, wenn sie die Verpackung wieder zurückbringen. „Es ist also ein kleiner Mehraufwand für den Einzelnen, an den sich alle schnell gewöhnen werden“, ist sich Metzler sicher, „aber ein großer Sprung für die Vermeidung von Plastikmüll.“