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am 27. Mai

Tempo 30 auf Landesstraßen ermöglichen

Daniel Zadra - Zadra: Für belebte, sichere Ortszenten führt kein Weg an Verkehrsberuhigung vorbei

In den vergangenen fünf Jahren wurden in Vorarlberg rund 11.700 Menschen im Verkehr verletzt, das entspricht in der Einwohner:innenzahl von Götzis. „Das Unfallrisiko auf Vorarlbergs Straßen ist immer noch viel zu hoch. Dabei wäre die Lösung so einfach und noch dazu ein wichtiger Beitrag zu belebten, weniger lärmbelasteten Ortszentren: Niedrigere Tempolimits auf den Landesstraßen im Ortsgebiet“, hält Daniel Zadra, Grüner Klubobmann, in der heutigen Pressekonferenz fest.

„Was derzeit noch fehlt, ist die rechtliche Grundlage – nämlich eine Überarbeitung der veralteten Straßenverkehrsordnung aus dem Jahr 1960 – und zusätzliche politische Unterstützung im Land“, drängt Zadra auf die Präsentation des Leitfadens für Begegnungszonen auf Landesstraßen, die vom Land im Mobilitätskonzept Vorarlberg 2019 beauftragt wurde. 

Belebung der Ortszentren

Viele Vorarlberger Gemeinden, ob im Vorderwald, Lustenau, Bürs, Satteins, Nenzing oder Lochau, wünschen sich eine Verkehrsberuhigung, um ihre Ortskerne sicherer und attraktiver zu gestalten. Historisch gewachsen führen jedoch mitten durch das Zentrum vieler Ortschaften die großen Verbindungsstraßen: Landesstraßen mit einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h. „Dieses Temporegime stammt aus einer Zeit, in der jegliche Verkehrs- und Ortsplanung dem Auto untergeordnet war: Vollgas und freie Fahrt für das Auto. Diese Zeiten sind lange vorbei. Jetzt gilt es, die rechtlichen Verordnungen zu entstauben und die baulichen Maßnahmen den aktuellen Bedürfnissen anzupassen“, unterstreicht Zadra.

Mitten durch das Dorfzentrum von Bürs verläuft die schmale Hauptstraße - eine Landesstraße mit Tempo 50
Mitten durch das Dorfzentrum von Bürs verläuft die schmale Hauptstraße

„Eine Temporeduktion bedeutet ein Plus an Aufenthaltsqualität mit einem kaum spürbaren Zeitverlust. Am Ende hätten von einem verkehrsberuhigten Zentrum alle etwas – egal ob Jung oder Alt, ob Familien oder Gastwirte mit Außenbereich.“

Eine weitere Problemstraße stellt die L 44, Philipp-Krapf Straße, in Lustenau dar

Tempo 30 statt 50 im Zentrum

Schweden macht seit Jahren vor, wie mit niedrigeren Tempolimits die „Vision Zero – Null Verkehrstote“ greifbar wird, während Österreich im Jahr 2019 im Verhältnis zur Einwohner:innenzahl noch immer doppelt so viele Verkehrstote zählte. „Alle Länder, die bei der Verkehrssicherheit an der Spitze liegen, haben eines gemeinsam: niedrigere Tempolimits als Österreich“, erklärt Zadra.

Tempo 30 statt 50 verringere nicht nur das Unfallrisiko, sondern auch die Gefahr einer tödlichen Verletzung bei einem Zusammenprall zwischen Auto und Fußgänger:in oder Radfahrer:in. „Beim Thema Verkehrsberuhigung im Ortszentrum glänzen beide Seiten der Medaille: die Sicherheit und die Aufenthaltsqualität. Aus Straßenraum wird wieder – wie früher – ein Lebensraum.“