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Newsmeldung

Equal Pay Day: Frauen verdienen 20 Prozent weniger

Man sieht zwei Hände, die Geld aus einer Geldbörse nehmen
Equal Pay Day: Frauen in Vorarlberg verdienen 20 Prozent weniger als Männer

Grüne fordern kostenlose Kinderbetreuung und FairPay-Zertifizierung als Voraussetzung für öffentliche Aufträge

„Bis morgen haben Frauen in Österreich „gratis“ gearbeitet – im Schnitt verdienen sie 11,6 Prozent weniger als Männer, das sind 42 Tage ohne Bezahlung pro Jahr. Das ist unfair und inakzeptabel“, kritisiert Eva Hammerer, Frauensprecherin der Grünen, am Vortag des Equal Pay Day. In Vorarlberg ist die Lohnschere noch dramatischer: Frauen verdienen hier 20,1 Prozent weniger als Männer. „Bei einem Monatseinkommen von 3.000 Euro brutto für den Mann sind das 600 Euro monatlich weniger für die Frau – das sind 6.000 Euro pro Jahr, 60.000 Euro in zehn Jahren. Diese bodenlose Ungerechtigkeit wird Jahr für Jahr einfach hingenommen“, so Hammerer. Dass Vorarlberg trauriges Schlusslicht österreichweit ist, zeige den dringenden Handlungsbedarf. Sie fordert flächendeckende, kostenlose Kinderbetreuung, eine faire Verteilung unbezahlter Sorgearbeit und FairPay-Zertifizierung als Voraussetzung für öffentliche Aufträge.“

Lohntransparenz und FairPay-Zertifizierung

Die EU-Lohntransparenzverordnung, die bis Juni 2026 umgesetzt werden muss, ist ein wichtiger Schritt, um Lohndiskriminierung systematisch aufzudecken und zu bekämpfen. „Die Lohntransparenzverordnung bringt endlich mehr Transparenz und mehr Druck für faire Bezahlung“, so Bernie Weber, Wirtschaftssprecher der Grünen. Allerdings gilt sie in vollem Umfang nur für größere Unternehmen – für die vielen kleinen und mittleren Betriebe in Vorarlberg reicht das nicht aus. Weber fordert daher, dass Betriebe, die öffentliche Aufträge erhalten, eine FairPay-Zertifizierung vorweisen müssen. „In der Schweiz zeigt dieses Modell, wie schnell Veränderungen möglich sind. So lässt sich gerechte Bezahlung von Frauen und Männern sicherstellen“, so Weber.

 

„Es ist ein Armutszeugnis, dass Frauen in Vorarlberg ein Fünftel weniger verdienen als Männer. Die Landesregierung muss hier Verantwortung übernehmen – fairer Lohn ist kein Nice-to-have, sondern ein Muss für eine gerechte Gesellschaft“, so Hammerer abschließend.