Bildungsstudie: Deutschförderung für alle Kinder nötig
Hammerer: „Es reicht nicht aus, die Verantwortung an den Bund abzuschieben“
Die schwachen Ergebnisse Vorarlberger Volksschüler:innen bei der aktuellen Kompetenzmessung des Bildungsministeriums sind für die Grüne Bildungssprecherin Eva Hammerer Anlass für eine Anfrage an Landesrätin Barbara Schöbi-Fink. „Diese Zahlen sind ein klarer Weckruf. Die Landesregierung darf nicht länger tatenlos zusehen und die Verantwortung nach Wien abschieben. Es ist Zeit, dass Schwarz-Blau Kinder wieder in den Mittelpunkt stellt und in ihre Zukunft investiert, statt auf ihrem Rücken zu sparen“, betont Hammerer. Mit ihrer Anfrage will sie wissen, was die Landesregierung gegen die unzureichenden Sprach- und Lesekompetenzen von Kindern in Vorarlberg unternimmt.
Die Ergebnisse zeigen deutlichen Handlungsbedarf: 9 Prozent der Volksschüler:innen erreichen in Mathematik den Bildungsstandard nicht, beim Lesen sind es 17 Prozent. Im Fach Deutsch – sowohl beim Zuhören als auch bei der Textproduktion – liegen jeweils 15 Prozent unter dem Bildungsstandard. „Insgesamt schneiden Vorarlbergs Schüler:innen schlechter ab als im Österreich-Schnitt. Das können wir nicht einfach so hinnehmen“, so Hammerer. In ihrer Anfrage will sie unter anderem wissen, welche Ursachen die Landesregierung für diese Entwicklung sieht, welche Maßnahmen in den vergangenen Jahren gesetzt wurden und welche konkreten Schritte geplant sind, um die Deutschförderung in Kindergärten und Schulen zu stärken.
Grüne fordern frühe Sprachförderung und zweiten Ausbildungsstandort
Für die Grünen ist klar: Sprachförderung muss deutlich früher ansetzen. „Wir müssen die Deutschförderung im Kindergarten massiv ausbauen, damit alle Kinder mit guten Deutschkenntnissen und fairen Chancen in die Volksschule starten – unabhängig von ihrem Elternhaus“, betont Hammerer. Dafür brauche es mehr Personal und bessere Ausbildungsstrukturen. „Sprachförderung funktioniert nur mit genügend Fachkräften. Deshalb brauchen wir endlich einen zweiten, öffentlichen Ausbildungsstandort für Elementarpädagogik im Unterland. Nur so können ausreichend qualifizierte Pädagog:innen ausgebildet werden.“