Bürgerinitiative stattTunnel
Pressekonferenz „Bauarbeiten Portal Altstadt“ beim Schulzentrum Tisis
16 Organisationen haben sich zusammengeschlossen und setzen sich in verschiedenen Bereichen für eine ökologischere und sozialere Umwelt ein. Am 8. Oktober 2021 haben diese Organisationen die Petition „Gemeinsam für zukunftsfähige Mobilität“ an den Vorarlberger Landtag übergeben.
Die Bürgerinitiative stattTunnel lädt im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe zu einer Luftballon-Aktion die Presse ein. Dieser Ort wurde bewusst gewählt, denn – obwohl die letzte Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes noch nicht gefallen ist – wurde hier mit dem Erkundungsstollen gestartet und werden laut Angaben der Betreiber schon in diese Vorarbeiten 3,75 Millionen Euro investiert. Damit wird der Bevölkerung suggeriert, dass die endgültige Entscheidung gefallen ist, obwohl das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts noch fehlt und ganz andere Vorarbeiten wichtig wären.
Vor einem endgültigen Baustart für die Tunnelspinne benötigt es außerdem noch den Bau einer Ersatzwasserleitung aus Nofels bis nach Feldkirch. Die jetzige Wasserleitung im Stadtschrofen ist bei Sprengungen für den Tunnel gefährdet und damit auch die Wasserversorgung für Feldkirch (Bescheid 15.7.2015, S. 29 „ist …. eine zusätzliche Zubringerleitung ….. vor Beginn der Stollenarbeiten in Betrieb zu nehmen“).
Die Bürgerinitiative stattTunnel fordert drei Dinge:
- Eine aktuelle Kostenschätzung mit den derzeitigen Materialpreisen (die Berechnung der Baukosten im UVP-Verfahren stammen aus dem Jahre 2011). Die damals im UVP-Verfahren angegebenen Kosten von ca. 250 – 270 Millionen Euro werden niemals ausreichen. Aufgrund der Kostenentwicklung am Markt kann man von einer Verdoppelung bis Verdreifachung der Baukosten ausgehen (siehe Achraintunnel = 3-fache Kostenüberschreitung! Oder siehe geplante Umfahrung Alberschwende = dieser gerade und nur 4 km lange Tunnel wird mit 250 Millionen Euro veranschlagt)
- Eine neue Nutzen-Kosten-Analyse, vor allem im Hinblick auf die Klimaangaben, denn in den Einreichunterlagen werden die Klimakosten mit null EURO angegeben. Es ist weltweit kein Straßenbauprojekt bekannt, das weder bzgl. grauer Energie bei Material und Bau, noch bei der Berechnung der Klimaauswirkungen des induzierten Verkehrs und des Nicht-Umsteigens, noch bei den laufenden Betriebskosten keine Kosten verursachen würde.
- Wenn schon vorbereitende Maßnahmen vor dem echten Tunnelbau getätigt werden, dann ist wohl die Lösung des LKW-Problems an der Tisner Grenze die entscheidendste davon. Auch der Bescheid des Bundesverwaltungsgerichts fordert, dass dieses LKW-Problem VOR Tunneleröffnung gelöst sein muss, da ja die Tunnelspinne das nicht bieten wird. Die beinahe tägliche Belastung und Behinderung durch den LKW-Rückstau bis zum Raiffeisenzentrum herauf, muss jetzt gelöst werden. Die Bevölkerung kann nicht noch weitere 10 Jahre warten. Dies ist unserer Meinung nach die vordringlichste Aufgabe der Verkehrsplaner.
Luftballon-Aktion
Weil dieses Tunnelprojekt also in keinster Weise enkeltauglich ist, haben die Initiatorinnen Zukunftsthemen für unsere Jugend auf Luftballone geschrieben, die mit diesem Megabau platzen würden:
- Bildung statt Straßenbau – bei der Bildung muss um jede Planstelle gefeilscht werden, mindestens 500 Millionen Euro für die Tunnelspinne scheinen kein Problem zu sein.
- Pausenhof statt Parkplätze – durch die Abrückung der Liechtensteinerstraße vom Schulzentrum wurde den Schüler:innen mehr Platz für ihren Pausenhof + mehr Freiraum + mehr Bäume versprochen. Jetzt ist dort ein Parkplatz und gegenüber auf der ehemaligen HAK-Wiese soll ebenfalls ein Parkplatz entstehen.
- Bäume statt Lärmschutzwände -man mutet den Schüler:innen zu, von ihren Klassenfenstern aus auf Wände schauen zu müssen. Qualität hat diese Außenraumgestaltung damit überhaupt keine mehr.
- frische Luft statt Abgase – das Tunnelprojekt ist aus der einer längst überholten Verkehrspolitik. Heute wissen alle, dass Straßenbau Mehrverkehr bringt und damit die CO² Belastung vor allem an den Portalen steigt.
Weitere Informationen finden sich auf: www.statttunnel.at