Chinesische KI in Landesverwaltung: Grüne fordern Aufklärung
„Die schwarz-blaue Landesregierung hat zu verantworten, dass die KI der Landesverwaltung auf einem Sprachmodell basiert, das sich nach der chinesischen Propaganda richtet. Das ist schlicht inakzeptabel und muss unverzüglich behoben werden“, begründet der Grüne Klubobmann Daniel Zadra seine Anfrage an Landeshauptmann Wallner.
„Das Land vollzieht Gesetze, erlässt Bescheide, entscheidet über Staatsbürgerschaften, Sozialleistungen und Förderungen. Hier muss Objektivität, Unparteilichkeit und Wahrhaftigkeit walten. Setzt eine Verwaltung hingegen ein Werkzeug ein, dessen Verhalten von den Vorgaben einer autoritären Einparteienherrschaft mitgeprägt ist, berührt das unmittelbar die demokratische Integrität des Landes“, so Zadra weiter.
Nach Angaben des Landes dient VOKI dem Erstellen und Überarbeiten von Texten, dem Zusammenfassen umfangreicher Dokumente, dem Übersetzen und dem Durchsuchen interner Unterlagen. „Genau dort wirkt eine eingebaute Schlagseite am tückischsten. Die Letztverantwortung auf die Mitarbeitenden zu schieben, wälzt das Risiko auf die Landesbediensteten ab“, kritisiert Zadra.
Zadra will in seiner Anfrage daher unter anderem wissen, wann und durch wen die Entscheidung getroffen wurde, ein Modell der chinesischen Qwen-Familie einzusetzen, ob und welche alternativen Modelle insbesondere europäischer Herkunft geprüft wurden, wie das Land sicherstellt, dass vom Land eingesetzte Schriftstücke aus vertrauenswürdiger Quelle stammen und wo und wie oft das fragwürdige Werkzeug bisher im Einsatz war.
„Die Landesregierung hat ein Werkzeug in der gesamten Landesverwaltung ausgerollt, das offenkundig einer verzerrten Faktendarstellung unterliegt und völlig unzureichend geprüft wurde. Sie setzt damit das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in unsere Verwaltung aufs Spiel. Diesen Kapitalfehler hat sie umgehend zu korrigieren“, schließt Zadra.