Deponie: 180 Grad Wende
Wenige Tage vor der Wahl noch als gestoppt dargestellt soll die Deponie im Ried zwischen Tisis und Tosters nun doch kommen. Die Versprechen des Bürgermeisters klingen heute wie blanker Hohn.
Anfang 2025 galt die geplante Bodenaushub-Deponie im Tostner/Tisner Ried öffentlich als gestoppt. Nach massiver Kritik aus der Bevölkerung erklärte Bürgermeister Manfred Rädler wenige Tage vor der Gemeinderatswahl, man werde „alles tun“, um das Projekt zu verhindern. „Ihre Stimme gibt uns die nötige Stärke, um entschlossen und gemeinsam gegen eine Deponie im Ried vorgehen zu können“, war in einem ÖVP-Wahlkampf-Flyer zu lesen.
Umso größer ist nun der Schock vieler BürgerInnen: Laut Medienberichten steht das Projekt offenbar kurz vor der Genehmigung. Auch wir wurden von den Vorgängen überrascht: „Von den Plänen habe ich erst vor Kurzem durch den Anruf eines Journalisten erfahren – und das, obwohl es mein Ressort betrifft“, ärgert sich Stadtrat Rauch.
Geplante Aushubdeponie
Geplant ist eine Bodenaushub-Deponie mitten im sensiblen Naherholungsgebiet, welches für viele ein wichtiger Freizeit- und Naturraum ist. Schon im vergangenen Jahr hatten zahlreiche AnrainerInnen Sorgen über zusätzliche Verkehrsbelastung und Lärm geäußert. Unsere Petition gegen das Projekt wurde damals von hunderten Menschen unterstützt.
Das Projekt wurde in der Zwischenzeit offenbar angepasst: Die Zahl der täglichen Fahrbewegungen wurde reduziert, Die jährliche Ablademenge und die Größe bleiben jedoch gleich.
Unsere Kritik
Die Menschen erwarten Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungen. Es geht nicht nur um eine Deponie, sondern auch um Vertrauen in politische Aussagen und um die Frage, wie mit wertvollen Natur- und Naherholungsräumen in Feldkirch künftig umgegangen wird.
Stadtrat Clemens Rauch findet zum Projekt klare Worte: „Solche Entscheidungen dürfen nicht still und leise im Hintergrund von einer Person entschieden werden. Die Bevölkerung hat ein Recht auf offene Information und ehrliche Politik. Und: Was vor der Wahl gilt, muss auch nach der Wahl gelten“. Das Projekt ist jedenfalls dort wo es geplant ist definitiv an der falschen Stelle.
Informationsveranstaltung
Viel zu spät soll nun eine Informationsveranstaltung der Stadt und des Betreibers stattfinden – etwas, das schon vor über einem Jahr zum Beginn der Pläne stattfinden hätte sollen.
Wir laden alle interessierten und betroffenen BürgerInnen dazu ein, bei der Veranstaltung dabei zu sein.
Wann: Dienstag, 16.06.2026 um 18:00 Uhr
Wo: Volksschule Tosters, Turnhalle
Außerdem empfehlen wir euch die Unterschrift der Petition von Peter Ulmer, die bereits über 1.000 Unterschriften verzeichnen kann.