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20.06.2024 VLK

Ener­gie­au­to­no­mie vor der ei­ge­nen Haus­tür

Bauen im Bestand - Landesrat Daniel Zadra, Energieinstitutsleiter Martin Reis und Bauherrin Veronika Burtscher Bauen im Bestand - Landesrat Daniel Zadra, Energieinstitutsleiter Martin Reis und Bauherrin Veronika Burtscher

Der Gebäudesektor ist ein oft unterschätzter Emittent: Ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen wird diesem Bereich zugerechnet.

Klimaschutz, Energieunabhängigkeit und leistbarer Wohnraum für die Jungen, der Erhalt des Gebäudes und der persönlichen Eigenständigkeit für die Älteren: Das Wohnen mehrerer Generationen unter einem Dach erfährt in Vorarlberg neue Beliebtheit. Zahlreiche Beratungsangebote erleichtern den Einstieg in die Sanierung, attraktive Förderungen deren Finanzierung. Energielandesrat Daniel Zadra und Energieinstitutsleiter Martin Reis stellten beim heutigen (Donnerstag) Pressegespräch bei der Familie Burtscher in Wolfurt die umfangreichen Möglichkeiten vor.

In Vorarlberg entfällt ein Drittel des Energiebedarfs auf das Beheizen von Wohnraum. „Wir sehen also, es gibt Handlungsbedarf. Einerseits setzen wir voll auf den Erneuerbarenausbau. Das Sanieren von Wohnhäusern hilft uns dabei, den Energiebedarf des Gebäudebestandes trotz steigender Bevölkerung zu reduzieren, was für die Energieautonomie essentiell wichtig ist. Und das Schaffen zusätzlicher Wohneinheiten im Bestand bremst die fortschreitende Versiegelung der Böden, das dämpft die Auswirkungen des Klimawandels“, führte Landesrat Zadra aus. Deshalb hat das Land im Rahmen der Energieautonomie Vorarlberg die Informationsarbeit zum Thema verstärkt.

Wie sich eine Wolfurter Familie ihr Generationenhaus-Projekt organisiert hat

Eines der Beispiele ist Familie Burtscher in Wolfurt, das Veronika und Werner für sich und ihre drei Kinder Mitte der 80er-Jahre gebaut haben. Mit dem Erwachsenwerden der Kinder stellte sich für die Eltern die Frage, wie sie ihnen auf dem Weg zum eigenen Wohnraum unter die Arme greifen könnten. Schnell war klar, dass das für die beiden Eltern allein eigentlich zu große Haus zum Bestandteil dieser Überlegungen werden musste. Über zwei Jahre lang planten sie zusammen mit ihren Kindern, ob und wie sich ihre Interessen, eine Shiatsu-Praxis und Wohnraum für zwei oder gar drei Familien unter einen Hut bringen ließen. „Wir haben über alles geredet, es saßen immer alle am Tisch“, bringt es Veronika Burtscher auf den Punkt.

Beratungen helfen beim Einstieg in die Sanierung

Das Energieinstitut hat gemeinsam mit dem Land und den Vorarlberger Gemeinden eine Sanierungsberatung speziell für diesen Fall entwickelt. Die sogenannte „Sanierungs-Vorberatung“ hilft dabei, die wichtigen Grundlagen zu klären, bevor es in die konkrete Planung geht. „Wir klären zuerst, wer welche Wünsche und Bedürfnisse hat, und ob die unter einen Hut zu bringen sind“, sagte Energieinstituts-Geschäftsführer Reis: „In einem zweiten Schritt schauen wir dann, welche Möglichkeiten sich dadurch für das Gebäude auftun, und was es können muss. Mit dem Wissen nach der Beratung können die Bauleute dann gezielt zur Planerin oder zum Planer des Vertrauens gehen.“

Geht es um die konkrete Umsetzung, helfen die vom Land geförderte Sanierungsberatung gemäß Wohnbauförderung oder die klassische Energieberatung im Energieinstitut. Hier werden Fragen nach Energiestandards, Baumaterialwahl, Heizung und Haustechnik und vor allem Wohnbau- und Sanierungsförderung behandelt.

Der Bund unterstützt Sanierungsmaßnahmen mit Zuschüssen bis 42.000 Euro. Wird bei der Sanierung auf nachhaltige Materialien gesetzt und zudem noch eine Öl- oder Gasheizung getauscht, können es sogar noch deutlich mehr sein. Bei der Sanierungsförderung des Landes kann zwischen Zuschuss und Darlehen gewählt werden. Die Zuschüsse betragen im Ein- oder Zweifamilienhaus bis zu 28.000 Euro. Werden Gebäude umfassend saniert, entscheiden sich die Bauleute laut Reis aber meistens für den sehr zinsgünstigen Förderkredit. Informationen sind unterwww.energieinstitut.at/foerderungen abrufbar.

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