Grüne wollen Aufklärung zur Notfallzulassung von Movento
Bösch-Vetter: Landesrat Gantner darf nicht leichtfertig Gesundheitsrisiken in Kauf nehmen
Mit einer Anfrage ersuchen die Grünen um Aufklärung, warum die Vorarlberger Landesregierung die Notfallzulassung des giftigen Spritzmittels Movento bewilligt hat. „Ohne ausreichend zwischen den landwirtschaftlichen Interessen und den Risiken für Mensch und Natur abzuwägen, hat Landesrat Gantner still und heimlich eine Notfallzulassung für das Spritzmittel Movento bewilligt. Damit nimmt die Landesregierung leichtfertig Gesundheitsrisiken in Kauf“, begründet die Grüne Landwirtschaftssprecherin Bösch-Vetter ihre Anfrage.
Bösch-Vetter will in der Anfrage daher wissen, ob eine gründliche Prüfung der gesundheitlichen Risiken im Vergleich zum landwirtschaftlichen Nutzen erfolgte und wie diese aussieht. Außerdem ersucht sie um Information, ob Alternativen zum giftigen Spritzmittel geprüft wurden. Eine Zulassung dürfe außerdem nur erfolgen, wenn ein Notstand für die Landwirtschaft vorliegt. Dies ist für Bösch-Vetter in diesem Fall nicht gegeben.
„Dass die Landwirtschaftskammer die Problematik bei dem potentiell die Fruchtbarkeit beeinträchtigenden Spritzmittel kleinredet ist selbstredend. War es doch die Kammer, die die Notfallzulassung beantragt hat. Landesrat Gantner hat aber Verantwortung gegenüber der Bevölkerung. Giftige Spritzmittel dürfen nur zugelassen werden, wenn sichergestellt ist, dass keine Gefährdung für Mensch und Natur besteht“, stellt Bösch-Vetter klar.
Das Insektizid Movento beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und schädigt das ungeborene Kind. Es ist auch giftig für Bienen, Nutzinsekten und Fische. Das Land Burgenland hat deshalb nach eingehender Prüfung eine Notfallzulassung von Movento abgelehnt. „Eine solche gründliche Prüfung hätten wir uns auch für Vorarlberg erwartet. Es kann nicht sein, dass immer öfter giftige Spritzmittel durch die Hintertüre über Notfallzulassungen zum Einsatz kommen und damit auf unseren Tellern landen“, schließt Bösch-Vetter.