Kinderverpflegung aus der Industrieküche?
Bösch-Vetter: „Unsere Kinder brauchen frisches, regionales Essen statt Massenware aus einer Industrieküche“
„Unsere Kinder brauchen frisches, regionales und gesundes Essen – keine Massenware aus einer zentralen Industrieküche“, reagiert die Grüne Landtagsabgeordnete Christine Bösch-Vetter auf Hinweise, wonach die schwarz-blaue Landesregierung eine zentrale Industrieküche errichten möchte. Wie die Kinderverpflegung in Vorarlberg künftig organisiert wird, darf nicht hinter verschlossenen Türen entschieden werden. Die Grünen bringen daher eine Anfrage an Landeshauptmann Wallner, Landesrätin Schöbi-Fink und Landesrat Gantner ein, um Klarheit über die Pläne der Landesregierung zu schaffen. „Gerade beim Mittagstisch in Schulen und Kindergärten geht es um weit mehr als bloße Versorgung. Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig für Gesundheit, Konzentration und soziales Miteinander. Deshalb darf Qualität nicht dem Zentralisierungswahn geopfert werden“, betont Bösch-Vetter.
Heimische Landwirt:innen drohen auf der Strecke zu bleiben
Kritisch sehen die Grünen auch die Auswirkungen auf die heimischen Landwirt:innen. Eine einzige Industrieküche mit tausenden Portionen täglich könne kaum mehr von kleinstrukturierten Betrieben aus Vorarlberg beliefert werden. „Wenn riesige Mengen auf einmal gebraucht werden, drohen unsere Landwirt:innen auf der Strecke zu bleiben. Statt regionaler Lebensmittel steigt der Druck, auf große Produzenten außerhalb Vorarlbergs zurückzugreifen – mit langen Transportwegen und weniger regionaler Wertschöpfung“, so die Grüne Landwirtschaftssprecherin. Statt zentraler Massenversorgung brauche es drei bis vier regionale Frischeküchen und eine enge Zusammenarbeit mit heimischen Landwirt:innen.
Die Grünen sehen außerdem Risiken bei Versorgungs- und Lebensmittelsicherheit. „Wenn bei einer zentralen Industrieküche etwas schiefläuft – etwa durch verunreinigte Lebensmittel oder einen Salmonellenfall – betrifft das sofort tausende Kinder im ganzen Land“, so Bösch-Vetter. Regionale Strukturen seien dagegen widerstandsfähiger und würden Ausfälle besser abfedern. Ziel müsse daher eine hochwertige, regionale und krisenfeste Kinderverpflegung sein – und keine zentralisierte Industrieküche für ganz Vorarlberg.