Naturschutzgesetz: Zadra kritisiert Moosbrugger scharf
Auf massive Kritik stoßen die Aussagen des Landwirtschaftskammerpräsidenten Josef Moosbrugger gegenüber den Vorarlberger Nachrichten. In einem Interview hat er nicht nur das von der schwarz-blauen Landesregierung geplante Naturzerstörungsgesetz verteidigt, er hat sogar noch weitere Eingriffe in den Naturschutz gefordert wie etwa den Uferschutz auf Null Meter zu senken. „Mit derart unqualifizierten und zukunftsvergessenen Aussagen schadet der Landwirtschaftskammerpräsident dem Ruf aller Landwirtinnen und Landwirte“, zeigt sich Grünen-Klubobmann Daniel Zadra fassungslos.
Gerade in Zeiten der steigenden Hochwassergefahr sei der Uferschutz wesentlich. Das sollte ein Vertreter der Bauern und Bäuerinnen wissen. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte setzen sich tatkräftig für den Naturschutz ein. Gesunde Böden sind für sie überlebenswichtig. Herr Moosbrugger als ihr Vertreter sollte bitte achtsamer sein, wenn er öffentliche Aussagen tätigt“, fordert Zadra. Derartige Aussagen seien jedenfalls nicht im Interesse der Landwirtinnen und Landwirte und eines Landwirtschaftskammerpräsidenten unwürdig.
Besonders stößt Zadra auf, dass Moosbrugger alle, die sich für den Naturschutz einsetzen, pauschal verurteilt. Zadra bezieht sich auf Moosbruggers Aussage, dass er nicht wisse, ob die „täglichen Leserbriefschreiber jemals einen Beitrag für die Natur geleistet haben“. „Damit stößt er all jene vor den Kopf, die sich zu Recht für den Schutz unserer Natur einsetzen. Er beleidigt damit zehntausende Mitglieder des Alpenvereins, des Fischereiverbands sowie Imkerinnen und Imker. Viele davon sind Kundinnen und Kunden der Landwirtschaft“, betont Zadra.
Zadra kann auch die Aussagen Moosbruggers in Bezug auf den geplanten Abbau des Moorschutzes nicht nachvollziehen. „Die schwarz-blaue Landesregierung will den Schutz unserer Moore massiv zurückfahren. Herr Moosbrugger hat offenbar kein Problem damit. Entweder er weiß nicht, welche bedeutende Funktion Moore für Umwelt und Klima haben oder es ist ihm egal. Beides ist inakzeptabel“, so Zadra.
Zadra fordert Herrn Moosbrugger auf, dafür einzutreten, dass Natur und Landwirtschaft in Vorarlberg weiterhin gemeinsam gedacht und gelebt werden. „Gerade als Vertreter der Landwirtschaft ist es die Aufgabe von Herrn Moosbrugger die Schöpfungsverantwortung wahrzunehmen und Respekt vor Natur und Umwelt zu zeigen. Diese Verantwortung sollte ihm bewusst sein. Bedauerlicherweise hat er mit den getätigten Aussagen das Gegenteil gezeigt“, schließt Zadra.