Landesregierung unternimmt nichts gegen Wohnungsleerstand
Weber: „Leere Häuser könnten Wohnraum für Menschen sein, die dringend ein Zuhause suchen“
„In Vorarlberg stehen zahlreiche Wohnungen und Häuser leer, während immer mehr Menschen leistbarem Wohnraum suchen. Doch statt alles daran zu setzen aus leeren Häusern neues Zuhause zu machen, bleibt die Landesregierung untätig“, reagiert Bernie Weber auf die Anfragebeantwortung von Landesrat Tittler. Acht Jahre nach der in Auftrag gegebenen Studie zum Wohnungsleerstand wurden Empfehlungen kaum aufgegriffen.
Dass die Landesregierung bei der Leerstandsabgabe keinen Handlungsbedarf sieht, ist für Weber unverständlich: „Nach den bisherigen Erfahrungen gehört die Leerstandsabgabe grundlegend überarbeitet. Es braucht eine verpflichtende Regelung, eine deutliche Anhebung der Abgabe sowie eine Vereinfachung des Vollzugs für die Gemeinden.“ Zentrale Fragen der Anfrage kann die Landesregierung nicht beantworten, weil nach wie vor Daten zum Leerstand in Vorarlberg fehlen. Gleichzeitig fehlt offenbar auch der politische Wille, diese zu erheben – verpflichtende Leerstandsmeldungen durch die Gemeinden lehnt Landesrat Tittler ab.
Ein zentrales Instrument gegen Leerstand ist die Initiative „Sicher vermieten“. Doch das Projekt entwickelt sich nur schleppend: In den vergangenen acht Jahren wurden im Schnitt lediglich rund 40 Wohnungen pro Jahr vermittelt. Für Weber ist klar, dass die Initiative weiterentwickelt werden muss: „‚Sicher vermieten‘ sollte um Sanierungs- und Finanzierungsexpert:innen erweitert werden. So können Eigentümer:innen nicht nur sicher vermieten, sondern auch sicher sanieren und finanzieren.“
„Leerstehende Häuser und Wohnungen könnten für viele Menschen ein Zuhause sein – wenn man endlich handelt. Doch die Anfragebeantwortung zeigt, dass die Landesregierung keine ernsthaften Anstrengungen gegen den Leerstand unternimmt“, kritisiert Weber abschließend.