Landesregierung hält an Schließung der Geburtenstation fest
Hammerer: „Regierung ignoriert den Willen der Bevölkerung“
„57.000 Menschen online und 17.605 Unterschriften beim Volksbegehren – doch die Landesregierung ignoriert den Willen der Bevölkerung. Sie hört nicht zu, sie entscheidet von oben herab“, kritisiert Eva Hammerer, Frauen- und Gesundheitssprecherin der Grünen, die Entscheidung der Landesregierung, an der Schließung der Geburtenstation und Kinderstation in Dornbirn festzuhalten. „Für uns ist klar: Wir werden nicht aufhören, für die bestmögliche Gesundheitsversorgung in Vorarlberg zu kämpfen“, so Hammerer. Die Grünen bringen deshalb im Landtag einen Antrag ein, der wohnortnahe Geburtsmöglichkeiten sichern und die Hebammenversorgung nachhaltig stärken soll.
Alton: „Die Landesregierung macht ihren Job nicht“
„Allein in Dornbirn haben 7.343 Menschen das Volksbegehren unterschrieben – das ist jede:r fünfte Dornbirner:in. Es ist ein Alarmzeichen für die Demokratie, wenn die Landesregierung diesen klaren Auftrag der Bevölkerung schlichtweg ignoriert“, betont Juliane Alton, Dornbirner Stadträtin und Fraktionsobfrau der Dornbirner Grünen.
Kritik übt Alton auch an der fehlenden Planung der Spitalsreform: „Allein die notwendigen Umbauten in Dornbirn für den geplanten Fächertausch werden rund 12 Millionen Euro kosten. Für Investitionen in dieser Größenordnung braucht es einen klaren, langfristigen Plan – genau den gibt es aber nicht. Wer garantiert, dass nicht schon in wenigen Jahren wieder alles umgekrempelt wird? Die Landesregierung macht ihren Job nicht“, findet Alton klare Worte.
Antrag für wohnortnahe Geburtshilfe und bessere Hebammenversorgung
Mit ihrem Antrag fordern die Grünen, dass in jedem Bezirk Vorarlbergs eine wohnortnahe Geburtsmöglichkeit erhalten bleibt – entweder in einem Spital oder in einem hebammengeleiteten Geburtshaus. „Schwangerschaft und Geburt gehören zu den entscheidendsten Momenten im Leben einer Frau. Umso wichtiger sind Sicherheit, Selbstbestimmung und eine gute medizinische sowie hebammengeleitete Betreuung“, betont Hammerer.
Gleichzeitig braucht es einen konsequenten Ausbau der Hebammenversorgung. „Vorarlberg ist bei der Zahl der Hebammen mit Kassenvertrag österreichisches Schlusslicht. Viele Frauen haben dadurch keinen ausreichenden Zugang zu Hebammenberatung und -betreuung“, kritisiert Hammerer den Status quo. Die Grünen fordern deshalb den Ausbau von Hebammenzentren, ein Konzept für ausreichende Hebammenkapazitäten sowie faire Arbeits- und Vergütungsbedingungen. Zudem soll sich das Land beim Bund dafür einsetzen, dass
Hebammenberatungstermine als verbindliche Standardleistung in den Eltern-Kind-Pass aufgenommen werden.